Retrospektive

Wahrzeichen der Region

Seit 1962 prägt das Kraftwerk den Standort Mehrum und lieferte über viele Jahrzehnte zuverlässig Strom für die gesamte Region bis zur Stilllegung im Jahre 2024.

Für die Region war das Kraftwerk weit mehr als ein Industriekomplex. Es brachte große Veränderungen. Rund 140 Mitarbeitende aus der Umgebung fanden hier über Jahrzehnte ihren Arbeitsplatz, viele von der Ausbildung bis zum Ruhestand. Sie prägten Vereine, Gremien und das Gemeindeleben – das Kraftwerk war ein Teil der lokalen Identität.

Bild: Archiv Kraftwerk Mehrum

„Wir sind eine Gemeinschaft.“

Ein Ort, der durch Menschen geprägt wurde.

Das Kraftwerk Mehrum war weit mehr als ein industrieller Standort – es war ein Ort außergewöhnlicher Gemeinschaft. Was diesen Betrieb getragen hat, waren die Menschen, die hier Tag für Tag zusammenarbeiteten.

„Man konnte nachts um zwei anrufen – und die Kollegen waren in einer halben Stunde da.“

Dieser Teamgeist ist das Herzstück der Geschichte Mehrums – und das, was alle, die hier gearbeitet haben, bis heute verbindet.

Heute befindet sich der Standort in einer Phase des Wandels. Mit den Plänen für den Bau eines Gaskraftwerks und eines Batteriespeichers stellt sich das Unternehmen neu auf.

Herausforderungen beim Rückbau – Sicherheit, Schadstoffe und komplexe Sprengtechnik

Mit der Stilllegung im Jahr 2024 beginnt für das Kraftwerk eine Ära der Veränderung. Alles beginnt mit der Sprengung der Aschesilos. Kurz darauf folgen die Sprengungen im Kohlehafen und des Kühlturms. Stück für Stück verschwindet die Landmarke der Region.

Der Rückbau eines Großkraftwerks ist ein Projekt voller technischer und organisatorischer Herausforderungen. An erster Stelle steht die Arbeitssicherheit: Abläufe müssen laufend angepasst werden, damit Fachkräfte in großer Höhe oder zwischen tonnenschweren Bauteilen jederzeit sicher arbeiten können.

Eine weitere Aufgabe ist die Schadstoffsanierung. Ihr Ausbau ist aufwendig, aber planbar und erfordert ein erhebliches Maß an Sorgfalt.

Aus Gründen der Arbeitssicherheit ist es sinnvoll einige Gebäude nicht konventionell zurückzubauen, sondern sie durch eine Sprengung zu Fall zu bringen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden, der Gemeinde und den Nachbarn.

Nächste Meilensteine

Frühjahr 2026Rückbau der niedrigeren Gebäude per Kran
Frühjahr 2026Sprengung des großen Katalysators
Sommer 2026Sprengung des Kesselhauses
November 2026Sprengung des 230 Meter hohen Kamins

Der Rückbau bleibt damit ein technisch hochkomplexes Mammutprojekt, das Schritt für Schritt die Grundlage für die künftige Nutzung des Standorts schafft.